Kinderernährung in 10 Punkten

Streichen Sie das Wort „gesund“ am besten aus Ihrem Wortschatz im Gespräch mit Kindern. Denn „gesund“ zieht nicht. Im Gegenteil: Kinder im Schulalter können Lebensmittel in der Regel problemlos in „gesund“ und „ungesund“ einteilen. Und auch in „mag ich“ und „mag ich nicht“. Zu denken geben sollte uns, dass bei den Kriterien „gesund“ und „mag ich nicht“ dieselben Lebensmittel aussortiert werden!

Vergessen Sie "gesund"!

Als Eltern steht man heute vor der schwierigen Aufgabe, seine Kinder in all dem Überfluss gesund zu ernähren und ihnen gleichzeitig ein ungezwungenes Verhältnis zum Essen mit auf den Weg zu geben. Folgende zehn Punkte sollen Ihnen dabei helfen, die Aufgabe erfolgreich zu meistern:

So viele Finger wie wir an einer Hand haben, so viele Portionen Früchte und Gemüse sollten wir täglich essen. Aber hüten Sie sich davor, mit Sätzen wie „du musst 5 mal am Tag Gemüse und Früchte essen“ zu argumentieren! Sorgen Sie vielmehr beiläufig dafür, dass bei jeder Hauptmahlzeit eine (Kinder-)Hand voll Gemüse oder Früchte mit von der Partie sind. Kommen dann noch fruchtig-gemüsige Znüni und Zvieri dazu, dann werden die fünf Portionen leicht erreicht.

Kinder reagieren empfindlich auf Zeitdruck und schlechte Stimmung bei Tisch. Planen Sie deshalb stets genügend Zeit ein und vertagen Sie Streitgespräche und unangenehme Themen auf später. 

Damit Kinder alle Nährstoffe bekommen, die sie brauchen, sollten bei jeder Mahlzeit verschiedene Lebensmittelgruppen berücksichtigt werden. Eine grosse Portion Stärkebeilage (Getreideprodukt, Kartoffeln) sorgt zum Beispiel dafür, dass die kleinen Racker genug Energie zum Spielen und Denken haben. Zu einer kompletten Mahlzeit gehören ausserdem ein Proteinlieferant (Milchprodukt, Fleisch, Fisch, etc.), reichlich Gemüse (oder Früchte beim Frühstück), sowie ein Glas Wasser oder ungesüsster Tee.

Kinder haben von Natur aus eine Vorliebe für Süsses, Salziges und Kalorienreiches. Lebensmittel, die keines dieser Kriterien erfüllen, werden bei einer ersten Begegnung oft abgelehnt. Werfen Sie jedoch die Flinte nicht frühzeitig ins Korn. Setzen Sie das unbekannte Lebensmittel immer wieder unauffällig vor, denn so stehen die Chancen gut, dass es irgendwann akzeptiert wird. Gewöhnen Sie Kinder schon früh an möglichst viele verschiedene Lebensmittel, Sie können sogar schon während der Schwangerschaft damit anfangen!
Ein anderer Trick heisst: Neugierig machen! Erfinden Sie ein Spiel wie „Ich koche was, was du nicht kennst…“ und Sie werden erstaunt sein, wie erpicht die kleinen Entdecker darauf sind, herauszufinden, was auf Ihrem Teller liegt. Auch „selber-kochen-lassen“ kann Wunder bewirken. 

Wo Argumente wie „gesund“, „wichtig“ und „das tut dir aber gut“ versagen, komm Ihre Rolle als Vorbild ins Spiel. Auch wenn Sie sich selbst noch mit Schrecken an den Teller voller Blumenkohl in der Kindheit erinnern, lassen Sie sich nichts anmerken. Servieren Sie Gemüse wie jedes andere Lebensmittel, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Denn das ist es ja letztendlich auch. 

Kinder haben normalerweise einen natürlichen Bewegungsdrang. Bestärken Sie sie darin, denn Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren für Gesundheit und Wohlbefinden bis ins hohe Alter. Limitieren Sie Fernseh- und Computerzeit und gehen Sie lieber mit Ihren Kindern nach draussen zum Spielen – so profitieren auch Sie von Bewegung und frischer Luft! Wer sich viel bewegt, schläft ausserdem auch besser und ausreichend Schlaf ist für das Wohlbefinden unerlässlich

Milch und Milchprodukte spielen in jedem Alter eine wichtige Rolle, für Kinder sind sie aber besonders wichtig. Als Calciumlieferant Nummer Eins legen sie die Basis für starke Knochen, und das enthaltene hochwertige Eiweiss kann der Körper als Baumaterial für ein gesundes Wachstum verwenden. Drei Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag decken den Bedarf der Kleinen

Setzen Sie auf das richtige Fett

Kinder trocknen schneller aus als Erwachsene. Hinzu kommt, dass sie über kein sehr ausgeprägtes Durstgefühl verfügen. Daher sind sie besonders anfällig für Flüssigkeitsmangel. Achten Sie darauf, Ihr Kind regelmässig zum Trinken zu animieren, und fragen Sie gelegentlich mal nach, ob es auch in der Schule regelmässig trinkt. Bitten Sie gegebenenfalls die Lehrperson darum, die Schüler regelmässig zum Trinken anzuhalten. Flüssigkeitsmangel wirkt sich massgeblich auf die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden aus.

Das Zmorge ist für Gross und Klein eine besonders wichtige Mahlzeit. Es füllt die über Nacht geleerten Energiespeicher wieder auf und sorgt so für einen guten Start in den Tag. Da Kinder kleinere Energiereserven haben, kommt dem Frühstück eine besonders wichtige Bedeutung zu. Aus dem gleichen Grund sind fünf kleinere Mahlzeiten auch kindgerechter als drei grosse. Tipp für Frühstücksmuffel: Geben Sie ein etwas grösseres Znüni mit.